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14.11.2022

Bessere Spezifität, weniger Nebenwirkungen - Entdeckung neuer Marker für Darm- und Nierenkrebs könnte Krebsimmuntherapie verbessern

Sogenannte Immuncheckpoint-Inhibitoren revolutionieren seit einigen Jahren die Krebstherapie. Diese Medikamente zur Immuntherapie helfen dem Immunsystem Krebszellen zu erkennen und abzutöten. Bisher ist die Therapie jedoch mit starken Nebenwirkungen verbunden, da auch gesunde Körperzellen vom Immunsystem angegriffen werden.  

Dies soll in Zukunft verbessert werden. Um gezielt Krebszellen abzutöten, aber gleichzeitig gesunde Körperzellen zu verschonen, muss dem Immunsystem unter die Arme gegriffen werden. Dem Immunsystem muss gezeigt werden, welche Zellen Tumorzellen sind und welche nicht. Hierfür können sogenannte Tumormarker dienen. Das sind Proteine, die (fast) nur auf der Oberfläche von Krebszellen vorkommen. Therapeutisch verabreichte Antikörper können an diese Oberflächenrezeptoren binden und die Krebszelle so für das Immunsystem markieren. Markierte Krebszellen werden anschließend getötet. Da gesunde Zellen nicht markiert werden, bleiben sie unversehrt. Das senkt die Nebenwirkungen der Immuntherapie.

Für die meisten Krebsarten sind bisher jedoch keine solcher Oberflächenrezeptoren bekannt. Um dieses Problem zu lösen, hat Prof. Dr. Michael Schindler zusammen mit Prof. Dr. Sven Nahnsen des Quantitative Biology Center (QBiC) in Tübingen und internationalen Kollegen aus Bern 332 Oberflächenrezeptoren auf 60 verschiedenen Krebszelllinien des NCI-60 Tumorzellpanels analysiert. So konnte die Studie neue Oberflächenrezeptoren identifizieren, welche sich als Tumormarker für Darm- und Nierenkrebs eignen. Diese Rezeptoren können in Zukunft verwendet werden, um diese Krebsarten besser zu diagnostizieren und gezieltere Immuntherapien mit weniger Nebenwirkungen für Patienten zu entwickeln.

Die Ergebnisse der Studie wurden in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift Cancer Cell International publiziert und sind hier zu finden.