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25.07.2022

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft - Symposium zum 50-jährigen Jubiläum der Virologie in Tübingen

Anfang Juli lud das Institut für Medizinische Virologie und Epidemiologie der Viruskrankheiten anlässlich der Gründung der Abteilung für Virologie vor 50 Jahren zu einem zweitägigen Jubiläums-Symposium ein. Über 120 Gäste folgten der Einladung und hörten 14 spannende Vorträge zur aktuellen Grundlagenforschung, klinischen Studien und Medikamentenentwicklung.

Am ersten Tag des Symposiums wurde ausführlich über das Thema kongenitale und postnatale Cytomegalievirus-Infektionen diskutiert. Diese Virusinfektionen können zu schweren Wachstumsverzögerungen, geistiger Behinderung, sowie Hör- und Lungenschäden bei ungeborenen Föten und Neugeborenen führen. Dr. med. Rangmar Goelz zeigte, dass diese Infektionen vor allem für Frühchen auf der Intensivstation sehr gefährlich sind. In Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Tübingen konnte Prof. Dr. med. Jens Maschmann vom Uniklinikum Würzburg jedoch zeigen, dass ein besonderer Erhitzungsvorgang der Muttermilch eine Übertragung von der Mutter auf das Neugeborene verhindert.

Am zweiten Tag ermöglichte Prof. Dr. Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO), sehr interessante Einblicke in die Entscheidungsprozesse des Gremiums. Unter anderem wurde nochmal aufgezeigt warum die verschiedenen Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 zu den jeweiligen Zeitpunkten empfohlen wurden. Außerdem wurden neue Impulse für die Grundlagenforschung gegeben. So präsentierte Prof. Dr. Marcus Altfeld vom Leibniz-Institut für Virologie in Hamburg die neusten Ergebnisse seiner Forschung. Er untersucht, wie spezielle Zellen des Immunsystems, sog. natürliche Killerzellen, Virusinfektionen bekämpfen. Darüber hinaus stellten Prof. Dr. Luise Florin von der Universität Mainz und Prof. Dr. Frank Stubenrauch (Tübingen) ihre Forschung zu Papillomviren vor, welche u.a. die Entstehung von Gebärmutterhals- und Rachenkrebs fördern.

Alle Vorträge lieferten reichlich Gesprächsstoff um während den anschließenden Kaffeepausen und dem abendlichen Ausklang noch offene Fragen zu diskutieren und neue Pläne für die Zukunft zu schmieden.

Abbildung: Direktor Prof. Dr. Thomas Iftner bei seinem Vortrag über die historischen Meilensteine in Forschung, Diagnostik und Lehre der Abteilung Virologie am Universitätsklinikum Tübingen.