Um das Lernverhalten von Feten und Neugeborenen zu untersuchen, wird die magnetische Hirnaktivität gemessen, während die kleinen Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer eine zufällige oder geordnete Abfolge von Tönen hören. Diese Messung zeigt, ob Neugeborene oder sogar schon Feten in der Lage sind, Tonmuster zu lernen.
Die Hirnaktivität als auch der Entwicklungsstand des Gehirns werden mithilfe fetaler Magnetoenzephalographie (fMEG) gemessen, eine berührungsfreie, schonende und schmerzfreie Technik.
Die Ergebnisse erlauben Rückschlüsse über die Entstehung der Grundlagen des Spracherwerbs. Die Studie besteht aus einer Messung, die entweder während der Schwangerschaft (ab der 25. Schwangerschaftswoche) oder nach der Geburt (2. bis 8. Woche).
Tonbeispiel abspielenWährend der Messung werden den Neugeborenen Kindern und Feten Tonmuster vorgespielt. Diese Tonmuster bzw. Tonabfolgen bilden eine Regel. Führt die minimale Veränderung der Tonabfolge zu erhöhter Hirnaktivität, wird der Fehler und damit die Regel von den Feten sowie Babys erkannt.
Fetale Magnetoenzephalographie (fMEG)
Durch technische Fortschritte kann inzwischen die Gehirnaktivität intrauterin – bedeutet im Mutterleib – mittels fetaler Magnetoenzephalographie gemessen werden. Diese Technik ist nicht-invasiv, völlig schmerzfrei und passiv.
Magnetische Felder, die bei Aktivität des Gehirns entstehen, werden von hochempfindlichen Sensoren aufgezeichnet. Sie befinden sich unter einer Messschale, die optimal an die Form des mütterlichen Bauches angepasst ist. Zu keinem Zeitpunkt werden die Schwangeren und ihre (ungeborenen) Kinder einem magnetischen Feld oder jeglicher anderer Form von Strahlung ausgesetzt.
Das fMEG-Gerät am Universitätsklinikum Tübingen ist europaweit einmalig, weltweit gibt es nur drei. Die innovative Methode und das weltweit erste Modellgerät wurden in Zusammenarbeit von Instituten der Universität Tübingen und der University for Medical Sciences of Arkansas entwickelt, seit 2009 steht das Gerät im gleichnamigen Labor des Uniklinikums Tübingen.
Mehr Informationen zum fMEG-Gerät